Drei Schwestern: Aphra Behn, Sibylla Schwarz, Sor Juana Inés de la Cruz

Drei Schwestern: Aphra Behn, Sibylla Schwarz, Sor Juana Inés de la Cruz

Lesung & Gespräch mit Tobias Schwartz Schriftsteller und Übersetzer, Berlin | Gudrun Weiland Literaturwissenschaftlerin, Greifswald | Heidi König-Porstner Übersetzerin, Wien | Moderation Manuela Reichart Literaturkritikerin, Berlin

Warum jetzt? Warum nicht früher? Sie sind Schwestern im Geiste, im Verlangen nach Freiheit und Selbstbestimmung, nach Bildung und Lust. Sie waren Nonne, Spionin, freie Autorin, Gelehrte, Reisende, sie schrieben über Liebe, Kolonialismus, Gendertrouble, Tod und Krieg. Sie lebten im 17. Jahrhundert in Greifswald, London, Mexiko. Sie sind veritable Dichterinnen und Feministinnen avant la lettre – und sie waren zu lange, ja was? Verdeckt unter Textbergen aus männlicher Feder? Nicht publiziert, weil kein Interesse und kein Geld zu verdienen?

Völlig unbekannt waren sie nicht, es erschienen zuweilen Publikationen. Virginia Woolf rühmte Aphra Behn in »Ein Zimmer für sich allein«, Octavio Paz verfasste eine Biografie über Sor Juana, die verfilmt wurde, und Sibylla Schwarz nannte man „die pommerische Sappho“. Jetzt allerdings ist auffällig, dass Bestrebungen sich kreuzen: Im Konkursbuch-Verlag erschien 2017 Sor Juana Inés de la Cruz, »Nichts Freieres gibt es auf Erden«. Übersetzt und Herausgegeben von Heidi König-Porstner, im Aviva-Verlag, Aphra Behn: »Ich lehne es ab, meine Zunge im Zaum zu halten«, übersetzt und herausgegeben von Tobias Schwartz. Secession publizierte 2021 Sybilla Schwarz: »Ich fliege Himmel an mit ungezähmten Pferden«, herausgegeben von Gudrun Weiland. Erwähnt sei unbedingt auch die Werkausgabe von Sibylla Schwarz bei Reinecke & Voss.

Der Abend versammelt die Herausgeber:innen und Übersetzer:innen, die im Gespräch mit der Moderatorin Manuela Reichart das überraschende und reiche Werk, die Geschichte ihres Vergessens und Erinnerns und die Frage, warum jetzt das große Interesse virulent ist, diskutieren – und Texte lesen.

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Unter dem Titel »Berlins schönste Seiten« sprechen Janika Gelinek und Sonja Longolius, die das Literaturhaus Berlin leiten, mit Felix Müller, dem Kulturchef der Berliner Morgenpost, über das Lesen und Texte, die sie bewegen.

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