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Englers Erzähler flüchtet vor der Familie ins entfernte New York, verbringt Jahre in Wien mit Freud im Kaffeehaus. Und landet schließlich doch in der Anstalt – als Psychologe. Bei der Arbeit mit den Patienten lernt er, dass ein Mensch immer mehr ist als seine Krankheit, dass Zuhören wichtiger ist als Diagnostizieren. Und was soll das überhaupt sein, ein normaler Mensch? Leon Englers Debüt liest sich wie ein zärtlicher Befreiungsschlag. Über Krankheit und Versöhnung spricht Leon Engler mit der Journalistin Aida Baghernejad.

Durch ein faszinierendes Figurenensemble aus Patient:innen und medizinischem Personal wird von der Psychiatrie als Ort erzählt, an dem tiefe Verwundbarkeit das Menschsein an seine Grenzen führt. Als Ort, der insbesondere während der NS- und Nachkriegszeit zum Einfallstor für Gewalt geworden ist. Als Echokammer deutscher Geschichte. Medizinische Diagnosen sagen viel über die Gesellschaft aus, in der sie gestellt werden. Und so fragt Kutschke danach, ob nicht der psychische Ausnahmezustand eine angemessene Reaktion auf die Zumutungen der Gesellschaft ist.

Leon Engler »Botanik des Wahnsinns«

Buchpremiere In Leon Englers Debütroman »Botanik des Wahnsinns« bleibt dem Erzähler wortwörtlich nur der Abfall der eigenen Familiengeschichte, als bei der Zwangsräumung der

Svealena Kutschke »Gespensterfische«

Moderation: Miriam Zeh Durch ein faszinierendes Figurenensemble aus Patient:innen und medizinischem Personal wird von der Psychiatrie als Ort erzählt, an dem tiefe Verwundbarkeit