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Eva Menasse »Alleinruhelage«

Woher die freundschaftliche Ansprache »du altes Haus« kommt, ist etymologisch nicht eindeutig nachweisbar, doch wer braucht schon die Etymologie, wenn es einen so wunderbaren Roman gibt, der direkt mit einem alten Haus in Dialog tritt: Es steht allein in der Pampa »wie ein Gott oder Götze« und hat die Geschichte einer erst glücklichen und dann nicht mehr so glücklichen Familie nach dem Mauerfall genauso miterlebt wie die DDR, als es noch eine »Waldschänke« neben einem Campingplatz war.

Die Autorin im Gespräch mit Cathrin Kahlweit

Wenn Eli das Kind ins Bett gebracht hat und die Enge der eigenen vier Wände spürt, flieht sie in die Kneipe nebenan. Dort steht Gunda seit fast zwanzig Jahren hinter dem Tresen. Als eine sommerliche Hitzewelle über die Stadt hereinbricht, ziehen sie in den kühlen Kneipenraum, spannen feuchte Laken über die städtische Betonwüste und hacken den asphaltierten Gehweg auf. Dabei erzählen sie: von Gundas Leben in der DDR zwischen Gehorsam und kritischem Denken und von Elis quälenden Blick auf das ständig leere Konto und der Schwierigkeit, als Mutter dem eigenen Kind gerecht zu werden, ohne sich selbst darüber zu verlieren.

Eva Menasse »Alleinruhelage«

Die Autorin im Gespräch mit Cathrin Kahlweit Woher die freundschaftliche Ansprache »du altes Haus« kommt, ist etymologisch nicht eindeutig nachweisbar, doch wer braucht