Eva Menasse »Alleinruhelage«

Die Autorin im Gespräch mit Cathrin Kahlweit

Woher die freundschaftliche Ansprache »du altes Haus« kommt, ist etymologisch nicht eindeutig nachweisbar, doch wer braucht schon die Etymologie, wenn es einen so wunderbaren Roman gibt, der direkt mit einem alten Haus in Dialog tritt: Es steht allein in der Pampa »wie ein Gott oder Götze« und hat die Geschichte einer erst glücklichen und dann nicht mehr so glücklichen Familie nach dem Mauerfall genauso miterlebt wie die DDR, als es noch eine »Waldschänke« neben einem Campingplatz war.

Nun steht die Frau alleine da und muss in ein neues Leben finden: »Haus, ich verkaufe dich.« Mit Alla und Bolek aus Polen, zwei kettenrauchenden Alleskönnern, wird zum letzten Mal saniert und renoviert, was viele Erinnerungen auslöst: an mühsame Kämpfe mit dem Rasen und den Maulwürfen, an interkulturelle Auseinandersetzungen mit den ostdeutschen Datschenbewohner:innen, an Waldabenteuer mit den damals noch kleinen Kindern und Sommerabende mit Freunden. Und immer war das Haus da, allein im Wald, Clematis umrankt, mit einem gefährlich sich absenkenden Boden, weil – aber das ist noch eine andere Geschichte.

Über Renovieren und Abschied nehmen, über die Freundschaft und die Liebe (beide essentiell beim Renovieren und Verabschieden) spricht die Autorin Eva Menasse im Großen Saal des alten, frisch renovierten Hauses in der Fasanenstraße 23 mit der Journalistin Cathrin Kahlweit.

Eva Menasse »Alleinruhelage«, KiWi 2026

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