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Yannic Han Biao Federer erzählt von einer Spurensuche entlang biographischer Brüche und historischer Verwerfungen, in der deutschen Provinz wie im zerrissenen Hongkong von heute. Sein Roman »Tao« stellt die Frage, wie gemeinsame Erinnerung erzählt werden kann, wem sie gehört – und was sie verspricht.

Ist wirklich alles in Ordnung mit einer Frau über 40, die sich dafür entscheidet, alleine zu leben, ohne Mann, Kinder, Familie? Wird ihr das nicht noch leid tun? Hat sie etwa keinen abbekommen? Will sagen: Wie kann eine Frau in Ruhe und Würde älter werden, ohne sich permanent durch Familie, Haushalt, Care-Arbeit zu legitimieren?

Die heimliche Hauptfigur im neuen Roman des bulgarischen Autors Georgi Gospodinov ist – die Zeit. Der Erzähler Gaustine erforscht die verschlungenen Pfade des 20. Jahrhunderts und eröffnet schließlich eine „Klinik für die Vergangenheit“, die es Alzheimerpatienten trotz verblassender Erinnerung ermöglicht, ihrer eigenen Vergangenheit zu begegnen.

Daniel Schulz und Torsten Schulz sind weder verwandt noch verschwägert und es trennt sie eine Generation. Beide sind in der DDR geboren, doch während Torsten Schulz 30 Jahre in Ostberlin aufwuchs, erlebte Daniel Schulz die sogenannte »Wendezeit« im Alter von 10 Jahren in Potsdam. Nun haben beide Autoren Romane vorgelegt, die das Leben in der DDR und in der Zeit ihrer Auflösung schildern.

Aleksandar Hemons neues Buch ist eigentlich zwei: »Meine Eltern« ist die Geschichte von Hemons Eltern, die aus Sarajewo nach Kanada emigrieren. »Alles nicht dein Eigen« ist die rauschhaftere, rauere und unkonventionellere Seite derselben Medaille: der junge Hemon, wild und wütend.

Eine Kritikerin und ein Kritiker laden einen prominenten Gast ins Literaturforum ein, um über neu erschienene Romane und Erzählungen zu diskutieren und ihn über seine Lese Erlebnisse zu befragen.

Eine junge Schriftstellerin zieht aus Berlin in ihr slowenisches Heimatdorf zurück, um den Hof ihrer Mutter zu übernehmen. Nach zehn Jahren lässt sie das Großstadtpflaster Berlins hinter sich und stellt sich den Herausforderungen des Landlebens: Menschen in ihrer Umgebung zweifeln an ihrer Entscheidung, ihre Werkzeuge sind alt und unbrauchbar und sie muss ihre jungen Pflanzen vor dem launischen Wetter und den Folgen des Klimawandels schützen.

Die Reihe #weiterlesen ist ein digitales Veranstaltungsformat der Städtischen Bibliotheken Dresden. Folge 1 zeigt den Schriftsteller Ingo Schulze und den Literaturkritiker Michael Ernst im Gespräch über Schulzes Roman «Die rechtschaffenen Mörder« (Fischer Verlag 2020).

Wer kennt nicht das Gefühl beim Betreten eines Hauses oder Raumes, dass hier alles stimmt oder eben nicht. Kann ein Haus das Leben seiner Bewohner beeinflussen? Zumal wenn es ein denkmalgeschütztes und ganz besonderes Haus ist? Andreas Schäfer geht dieser Frage in seinem neuen Roman »Das Gartenzimmer« nach.

Schon immer haben drei Bestandteile ausgereicht, um die Welt neu zu erschaffen und zurück ins Chaos zu stürzen: Vater, Mutter, Kind. Yade Yasemin Önder bringt diese Akteure so virtuos auf Kollisionskurs, dass einem die Luft wegbleibt: ein im schönsten Sinne atemberaubendes Debüt.

In November 2021 Goethe-Institut Toronto hosted a conversation between Giller Prize nominee Cheluchi Onyemelukwe-Onuobia and Lee Suksi, author of LAMBDA winner »The Nerves«. They talked about Cheluchi Onyemelukwe-Onuobia’s novel »The Son of the House«.

Viele Geschichten beginnen mit einer unerwarteten Erbschaft. So auch bei Friederike, als sie von ihrer Großmutter ein Ladenlokal in Berlin vermacht bekommt – ein Café. Ist das einer jener sehr konkreten Winke mit dem Zaunpfahl, das Leben zu ändern?

Nach ihrem Debüt »Drei Kilometer« legte Nadine Schneider 2021 mit »Wohin ich immer gehe« ihren zweiten Roman vor. Beide siedelt sie am westlichen Rande Rumäniens, in der Nähe von Temeswar/Timișoara, an.

Der Spanier Toni, der Franzose Germain und der Deutsche Jürgen treffen sich Mitte der 1970er Jahre in Barcelona, entschlossen, Widerstand gegen das faschistische Franco-Regime zu leisten.

Vom Rom der 70er Jahre bis ins Köln der Gegenwart: die Geschichte einer Freundschaft, in die sich politische Umbrüche unverkennbar eingeschrieben haben.

In Kazimira erzählt Svenja Leiber vom größten Bernsteinabbau der Geschichte. Im Aufstieg und Verfall der »Annagrube« und in ihrem Nachwirken im heutigen Russland spiegeln sich drängende Fragen: Woher rühren Hass und Gewalt? Was geschieht, wenn Leben für unwert erklärt wird?

The author, Anke Stelling, in conversation with translator Lucy Jones. With simultaneous interpretation from German into English by Ross Winters-Nicholl.

Ada ist nicht eine, sondern alle Frauen: In Schleifen bewegt sie sich von Ghana nach England, um schließlich in Berlin zu landen; transportiert von einem Jahrhundert zum nächsten.

Uhvatiti zeca roman je prepoznat kao djelo koje uvjerljivo progovara o ženskom prijateljstvu, temi zanemarenoj u našim književnostima, a dodatno prelomljenoj kroz oštru prizmu ratnih godina.

Hier ist er, der europäische Roman, in Gestalt einer Mädchenfreundschaft: Als junge Mädchen waren sie unzertrennlich, Lejla, die Schamlose, Unbändige und Sara, die besonnene, ein wenig schüchterne Tochter des örtlichen Polizeichefs.

Sie trugen Bubikopf, kurze Kleider und rauchten Zigaretten – und eine hatte als erste Frau die Pilotenlizenz erworben. Die erste Pilotin Deutschlands, Melli Beese, steckt hinter der Hauptfigur in dem neuen Roman des schwedischen Autors Aris Fioretos »Nelly B’s Herz«. Auch Nelly B. hat Kohlensäure im Blut, ihr ist das Fliegen wichtiger als das Leben – bis ihr der Arzt wegen einer Herzkrankheit das Fliegen verbietet.

Mit der Veranstaltung »Ping-Pong Europa« nähern wir uns dem europäischen Kontinent von verschiedenen Seiten an, ähnlich wie beim Tischtennis, wo der Ball zuerst auf der eigenen Hälfte der Tischtennisplatte aufkommen muss und dann auf der anderen.

Wer Anthony Powells 12-bändigen »Tanz zur Musik der Zeit« (1951-1975) verschlungen hat, wird hier ohnehin um jeden Preis zusehen wollen, allen anderen sei die Entdeckung dieses »ewigen Geheimtipps der Weltliteratur« (FAZ) sehr ans Herz gelegt.

Aufzuwachsen in einem Land, in dem mit Belarussisch und Russisch zwei Sprachen gesprochen werden, kann in manchen Situationen gehörig für Verwirrung sorgen.

Autorin Eva Lezzi spricht mit Stefanie Ericke-Keidtel vom Jungen Literaturhaus über das Schreiben und ihre eigenen Erfahrungen in verschiedenen Kulturen.

Nach ihrem Debütroman »Beschreibung einer Krabbenwanderung« legt Karosh Taha (*1987) jetzt nach, und zwar gewissermaßen doppelt. Denn die Geschichte der Protagonistin Shahira wird in einem »Wendebuch« erzählt.