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Wenn Eli das Kind ins Bett gebracht hat und die Enge der eigenen vier Wände spürt, flieht sie in die Kneipe nebenan. Dort steht Gunda seit fast zwanzig Jahren hinter dem Tresen. Als eine sommerliche Hitzewelle über die Stadt hereinbricht, ziehen sie in den kühlen Kneipenraum, spannen feuchte Laken über die städtische Betonwüste und hacken den asphaltierten Gehweg auf. Dabei erzählen sie: von Gundas Leben in der DDR zwischen Gehorsam und kritischem Denken und von Elis quälenden Blick auf das ständig leere Konto und der Schwierigkeit, als Mutter dem eigenen Kind gerecht zu werden, ohne sich selbst darüber zu verlieren.

Diaty Diallos Debütroman porträtiert die durch systematischen Rassismus und Polizeigewalt geprägte gesellschaftliche Realität Frankreichs. In einem ganz eigenen, am Slang orientierten Stil beschreibt sie, wie das oft absichtliche Versagen von Behörden und Gesetzgebern rassistischem Verhalten Raum gibt und macht die Bedrohung anschaulich, der gerade Schwarze und Araber tagtäglich auf Polizeirevieren, bei Straßenpatroullien und in den Gefängniszellen der rauen Vororte ausgesetzt sind.

Sandos Mutter verschwindet plötzlich, weil sie sich von ihrer sozialen Herkunft lösen, ihre eigenen Ziele verfolgen und nicht immer nur für andere da sein möchte.

Lena Müller »Restlöcher«

Lena Müller »Restlöcher« Im Gespräch mit Annett Gröschner Sandos Mutter verschwindet plötzlich, weil sie sich von ihrer sozialen Herkunft lösen, ihre eigenen Ziele