Mediathek

Sandra Richter arbeitet mit neuen Quellen, die mit dem Ankauf des großen Rilke-Archivs 2022 nach Marbach gelangt sind. Ihre Biographie macht deutlich, warum es sich heute im Jubiläumsjahr zu seinem 150. Geburtstag lohnt, Rilke wieder zu lesen: Er lebte in schwierigen Zeiten, und er verarbeitete sie mit einer Wucht, die vielleicht nur im Angesicht existenzieller Bedrohung glaubhaft wirkt. Wie Rilke sich heute einer neuen Generation von Lyriker:innen darstellt und welche Herausforderungen seine Biographie bereithält, darüber spricht die Literaturwissenschaftlerin und Direktorin des Deutschen Literaturarchivs Marbach, Sandra Richter, mit den Autor:innen Christian Filips und Rudi Burkhardt.

In den Texten des Bandes »Wimpernschläge«, gehoben aus der Schatzkammer von Jahrzehnten, erfahren wir von Familie, Gefährten, von Verlusten und Gewinnen, folgen ihm, der genauso generös und feinfühlig als Lob- wie als Grabredner ist, zu den Stationen eines reichen Dichterlebens, ins Nordirland Heaneys oder zur Datscha Pasternaks, das »wundermächtige Schaumkraut der Poesie« als Wegzehrung stets im Gepäck, doch wird auch eine Suppe mit Bauchspeck in Edith Södergrans Karelien nicht verschmäht: Ein Beobachter in »Randlage«, wie er sagt, aber auch ein Entdecker, ein Begeisterter – in Versen, im Essay wie auch im lebendigen, belebenden Gespräch.

Yirgalem Fisseha Mebrahtu, eritreische Lyrikerin, Journalistin und Schriftstellerin, spricht im filmischen Autorinnen-Porträt #femaleheritage über ihr Leben in Eritrea, ihre mehrjährige Gefängniszeit, ihr Bangen zwischen Folter und Hoffnung, Verlust und Verschwinden bekannter und unbekannter Menschen. Was bedeutet ihr Lyrik?

Das LiteraTür-Projekt hat die Zielsetzung, eine neue Tür zwischen der deutschen und türkischen Literatur zu öffnen. Diese Tür, die zwischen diesen zwei Sprachen geöffnet werden soll, lädt Leser:innen, Verleger:innen und alle, die sich für Literatur interessieren, dazu ein, Autorinnen und Autoren, deren Bücher noch nicht in die jeweils andere Sprache übersetzt wurden, und ihre Texte unter unterschiedlichen thematischen Schwerpunkte kennen zu lernen

Filmisches Porträt #femaleheritage zur Münchner Schriftstellerin Dagmar Nick (* 30. Mai 1926 in Breslau): Sie flüchtete während des Nationalsozialismus mit ihrer Familie erst nach Berlin, dann nach Böhmen, von dort nach Lenggries und schließlich nach München.

Über Paul Celan, seine biographischen Verstrickungen, die immense Rezeption seines Werks und nicht zuletzt seine wunderbaren Gedichte sprechen die beiden Autoren Hans-Peter Kunisch und Thomas Sparr mit der Rabbinerin und Professorin für jüdische Religions- und Geistesgeschichte Eveline Goodman-Thau.

Ein Abend zu Paul Celan

Mit Hans-Peter Kunisch und Thomas Sparr. Es moderiert Eveline Goodman-Thau Anlässlich Paul Celans 100. Geburtstag sind mehrere neue Bücher erschienen, die den berühmten