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»Eine Erregung« lautet der Untertitel zu Bernhards Meisterwerk »Holzfällen«, in dem der Protagonist aus dem Ohrensessel eine Wiener Abendgesellschaft beobachtet, die in kultureller Betulichkeit erstarrt ist und deren Opportunismus grenzenlos zu sein scheint. Thomas Bernhard erweist sich mit diesem 1984 erschienen Roman erneut als großer Provokateur und noch größerer Stilist. Der Ökonom Prof. Dr. Achim Truger ist ebenso wie Gastgeber und Podcaster Wolfgang M. Schmitt ein Verehrer von Bernhards Literatur. Sie sprechen über ihre gemeinsame Faszination und über die Aktualität eines Schreibens, das sich weder formal noch inhaltlich mit der herrschenden Ordnung gemeinmachen will. Was, wenn wir uns nicht weniger, sondern nur elaborierter empören müssen?

Besprochene Titel:

Jane Austen »Sämtliche Briefe«, Manesse 2025
Thomas Hettche »Sinkende Sterne«, Kiepenheuer & Witsch 2023
Clemens J. Setz »Rainer Maria Rilke«, Reclam 2025

Besprochene Titel:

Arundhati Roy »Meine Zuflucht und mein Sturm«, aus dem Englischen von Anette Grube, S. Fischer Verlag 2025
Victor Heringer »Die Liebe vereinzelter Männer«, aus dem Portugiesischen von Maria Hummitzsch, März Verlag 2025
Samanta Schweblin »Das gute Übel«, aus dem argentinischen Spanisch von Marianne Gareis, Suhrkamp 2025

Besprochene Titel:

Moshtari Hilal und Sinthujan Varatharajah »Englisch in Berlin. Ausgrenzungen in einer kosmopolitischen Gesellschaft«, Wirklichkeit Books 2022
Katerina Poladjan »Goldstrand«, S. Fischer Verlag 2025
Tim Staffel »Wasserspiel«, Kanon Verlag 2025

Bertolt Brechts 1943 uraufgeführtes Drama »Leben des Galilei« ist eine dialektisch-materialistische Auseinandersetzung mit dem Spannungsverhältnis zwischen Wissenschaft, Macht, individueller Verantwortung und Opportunismus. Im Zentrum steht der Astronom und Physiker Galileo Galilei, dessen empirisch begründete Bestätigung des kopernikanischen Weltbildes – das die Sonne und nicht die Erde als Zentrum des Universums begreift – in fundamentalen Widerspruch zu den dogmatischen Vorstellungen der katholischen Kirche tritt. Die Ungleichheitsforscherin und Autorin Martyna Linartas und Podcaster und YouTuber Wolfgang M. Schmitt diskutieren über das Meisterwerk und dessen Aktualität.

Besprochene Titel:

Jokha Alharthi »Herrinnen des Mondes«, übersetzt von Claudia Ott, Dörlemann 2025
Berit Glanz »Unter weitem Himmel«, Berlin Verlag 2025
Eloy Moreno »Unsichtbar«, übersetzt von Ilse Layer, Fischer Sauerländer 2024

Besprochene Titel:

Omar El Akkad »Eines Tages werden alle immer schon dagegen gewesen sein«, übersetzt von Nouria Behloul, Matthes & Seitz 2025
Miku Sophie Kühmel »Hannah«, Fischer Verlag 2025
Nell Zink »Sister Europe«, übersetzt von Tobias Schnettler, Rowohlt Buchverlag 2025

Besprochene Titel:

Emmanuel Carrère »Ich lebe und ihr seid tot. Die Parallelwelten des Philip K. Dick«, übersetzt von Claudia Hamm, Matthes & Seitz 2025
Georg M. Oswald »In unseren Kreisen«, Piper 2023
Georgi Gospodinov »Der Gärtner und der Tod«, übersetzt von Alexander Sitzmann, Aufbau Verlag 2025

Nikolai Gogol beschreibt eine Aufstiegsgeschichte, die ihre Aktualisierung nicht zuletzt durch Krypto-Coins, Elon Musks DOGE und eine nihilistische Politik erfährt, die droht ins Nationalistische abzugleiten und der möglicherweise nur noch satirisch beizukommen ist. Der Schriftsteller Franz Friedrich (»Die Passagierin«, »Die Meisen von Uusimaa singen nicht mehr«) und der Autor und Podcaster Wolfgang M. Schmitt (»Die Filmanalyse«, »Die Neuen Zwanziger«) sprechen über Gogols literarisches Meisterwerk und dessen Aktualität.

Besprochene Titel:

Will und Roswitha Quadflieg »Ich will lieber schweigen. Das Tagebuch eines Schauspielers aus den Jahren 1945/46 und die Fragen seiner Tochter«, Kanon 2025 
Nadja Küchenmeister »Der Große Wagen. Gedicht«, Schöffling & Co. 2025 
Christian Kracht »Air«, Kiepenheuer & Witsch 2025

Besprochene Titel:

Berlin Review. Zeitschrift für Bücher und Ideen »Reader 3«, BLNR Publisher GmbH 2025
Simone Schröder »Poetry Chapbook_02«, 2025
Jacques Schuster »Im raschelnden Laub der Vergangenheit. Der Jüdische Friedhof in der Schönhauser Allee in Berlin. Ein literarischer Spaziergang«, Hentrich & Hentrich 2025

Wolfgang M. Schmitt spricht anlässlich des 150. Geburtstages von Thomas Mann mit der Journalistin und Autorin Julia Friedrichs (»Gestatten: Elite«, »Crazy Rich. Die geheime Welt der Superreichen«) über den berühmten Schelmenroman »Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull« von Thomas Mann. Friedrichs kennt durch ihre Recherchen nicht nur die Welt des Geldes und des Luxus, sondern möglicherweise auch die Felix Krulls der Gegenwart.

Besprochene Titel:

Luna Ali »Da waren Tage«, S. Fischer 2024
Taffy Brodesser-Akner »Die Fletchers von Long Island«, aus dem Englischen von Sophie Zeitz, Eichborn 2025
Tonio Schachinger »Nicht wie ihr«, Rowohlt 2020

Besprochene Titel:

Sara Gmuer »Achtzehnter Stock«, Hanser 2025
Mirrianne Mahn »Issa«, Rowohlt 2024
Katherine Mansfield »In der Bucht«, Mare Verlag 2025

Besprochene Titel:

Abdalrahman Alqalaq »Übergangsritua«, aus dem Arabischen übersetzt von Günther Orth, Leila Chammaa und Sandra Hetzl, Wallstein 2024

Wolf Haas »Wackelkontakt«, Hanser 2025

Richard Powers »Das große Spiel«, aus dem Amerikanischen von Eva Bonné, Penguin 2024

Während eines Ausflugs in die Berge wird eine 40-jährige Frau plötzlich durch eine unsichtbare Wand von der restlichen Welt abgeschnitten. Jenseits der Wand scheint alles Leben erstarrt zu sein; die Menschen und Tiere wirken wie versteinert oder tot. In dieser absoluten Isolation muss die Frau lernen, allein zu überleben. Marlen Haushofer veröffentlichte 1963 diese außergewöhnliche, dem magischen Realismus nahestehende Robinsonade unter dem Titel »Die Wand«. Die Schriftstellerin Theresia Enzensberger und der Podcaster und Autor Wolfgang M. Schmitt diskutieren über die Bezüge zur Gegenwart.

Das Weihnachtsspecial: In der letzten Ausgabe 2024 stellen Janika Gelinek, Sonja Longolius und Felix Müller, der Chef des Kulturressorts der Berliner Morgenpost, jeweils ihre drei Lieblingsbücher des abgelaufenen Jahres vor.

Mit Büchern von Barbi Marković, Iris Wolff, Sigrid Nunez, Miljenko Jergović, Mátyás Dunajcsik, Mikael Ross, Philipp Felsch, Gabriele Reuter und Lucy Fricke.

Besprochene Titel:

Felix K. Nesi »Die Leute von Oetimu«, Nautilus 2024

Johannes Franzen »Wut und Wertung. Warum wir über Geschmack streiten«, S. Fischer 2024

Charlotte Gneuß (Hg.) »Diktatur und Utopie. Wie erzählen wir die DDR?«, Neue Rundschau, 134. Jahrgang, Heft 4, S. Fischer 2024.

Besprochene Titel:

Dana von Suffrin »Nochmal von vorne«, KiWi 2024
Frank Schulz »Amor gegen Goliath«, Galiani 2024
Saša Stanišic »Möchte die Witwe angesprochen werden«, Luchterhand 2024

Jetzt, da die sogenannte Zeitenwende fortwährend ausgerufen wird und längst auch die Militarisierung der Zivilgesellschaft begonnen hat, ist eine kritische Lektüre von »In Stahlgewittern« dringend erforderlich. Ingar Solty, Experte für Friedens- und Sicherheitspolitik, diskutiert mit Wolfgang M. Schmitt über das streitbare Meisterwerk, das vor allem Linksliberale stets erschaudern ließ. Was hat das Werk zur »Zeitenwende« zu sagen, und warum fürchten sich noch immer so viele vor Ernst Jünger?

Besprochene Titel:

Behzad Karim Khani »Als wir Schwäne waren«, Hanser 2024
Ulrike Draesner »zu lieben«, Penguin 2024
Wu Ming »Ufo 78«, Assoziation A 2024

Die Kernfamilie hat sich nicht gänzlich aufgelöst, aber sie steht lange schon im Wettbewerb zu anderen Beziehungs- und Familienmodellen. Werden, wenn die Liebesbeziehungen sich als vergänglich erweisen, die Freundschaften wichtiger? Und sollte man die Familie, die an Ideen von Abstammung und Generationen gekoppelt ist, durch selbst gewählte Verwandte ersetzen? Johann Wolfgang von Goethe trieb das bereits 1809 um, als er seinen Roman »Die Wahlverwandtschaften« publizierte, in dem er ein radikal neues Familien- und Beziehungskonzept durchexerziert. Was hat der Klassiker uns und was haben wir dem Klassiker mehr als 200 Jahre später zu sagen?

Besprochene Titel:

Melanie Möller »Der entmündigte Leser. Für die Freiheit der Literatur. Eine Streitschrift«, KiWi 2024
Amy Liptrot »Wilde Geschöpfe«, btb 2024
Linus Giese & Miku Sophie Kühmel (Hg.) »Brüste. Eine Anthologie«, Tropen 2024

Besprochene Titel:

Salman Rushdie »Knife. Gedanken nach einem Mordversuch«, Penguin 2024
Neil Doğan »Ausgeliehene Suchtwörter«, Elif Verlag 2023
Hari Kunzru »Blue Ruin«, Liebeskind 2024

Besprochene Titel:

Maja Nielsen »Der Tunnelbauer«, Gerstenberg 2024
Murmel Clausen »Leming«, Velo 2024
Franz Kafka »Die Verwandlung«, EA 1912

Tahir Hamut Izgil »In Erwartung meiner nächtlichen Verhaftung: Uigurische Notizen«, Hanser 2024
Didier Eribon »Eine Arbeiterin«, Suhrkamp 2024
Jane Gardam »Gute Ratschläge«, Hanser Berlin 2024

In Folge 48 ihres Podcasts sprechen Janika Gelinek, Sonja Longolius und Felix Müller, der Chef des Kulturressorts der Berliner Morgenpost, über folgende Bücher:

Margaret Laurence »Das Glutnest«, aus dem kanadischen Englisch von Monika Baark. Eisele Verlag 2023

Elias Hirschl »Content«, Zsolnay 2024

Nicole Seifert »Einige Herren sagten etwas dazu. Die Autorinnen der Gruppe 47«, KiWi 2024

Kafka schildert in diesem Klassiker der Weltliteratur eine anonymisierte Wirtschaftswelt, die nicht auf Seiten der Schwachen steht: »Denn auf Mitleid durfte man hier nicht hoffen, und es war ganz richtig, was Karl in dieser Hinsicht über Amerika gelesen hatte; nur die Glücklichen schienen hier ihr Glück zwischen den unbekümmerten Gesichtern ihrer Umgebung wahrhaft zu genießen.« Die Schriftstellerin Daniela Dröscher und der YouTuber und Kritiker Wolfgang M. Schmitt diskutieren über Kafkas Klassiker und seine Relevanz für unsere durch Kapitalismus, Überwachung und Vereinzelung geprägte Gegenwart.

In Zeiten, in denen laut über die genetische Optimierung des Menschen nachgedacht wird und Transhumanisten das Mängelwesen Mensch am liebsten gleich ganz überwinden wollen, kann eine alte Kritik am »Neuen Menschen« bemerkenswerte Brisanz gewinnen. Michail Bulgakow setzt sich in seiner bissigen Novelle »Das hündische Herz« mit der sowjetischen Idee vom »Neuen Menschen« auseinander.

In dieser Ausgabe sprechen Janika Gelinek, Sonja Longolius und Felix Müller über folgende Bücher:

Hilary Mantel: Sprechen lernen. Erzählungen, Dumont 2023
Jan Peter Bremer: Nachhausekommen, Berlin Verlag 2023
Monika Helfer: Die Jungfrau, Hanser 2023
… und außerdem geben sie diverse Bücher-Tipps zu Weihnachten!

In dieser Ausgabe sprechen Janika Gelinek, Sonja Longolius und Felix Müller über folgende Bücher:

Paul Auster »Baumgartner«, Rowohlt 2023
Annette Pehnt »Die schmutzige Frau«, Piper 2023
Aurélie Maurin »Junivers. Vom Übersetzen eines Verses«, Urs Engeler 2022

In dieser Ausgabe sprechen Janika Gelinek, Sonja Longolius und Felix Müller über folgende Bücher:

Puneh Ansari »Hallo Everybody«, Mikrotext 2023
Marion Poschmann »Chor der Erinnyen«, Suhrkamp 2023
Louise Kennedy »Übertretung«, Steidl 2023

In dieser Ausgabe sprechen Janika Gelinek, Sonja Longolius und Felix Müller über folgende Bücher:
Charlotte Gneuß »Gittersee«, S. Fischer 2023
Ulrike Sterblich »Drifter«, Rowohlt 2023
Tobias Rüther »Herrndorf: Eine Biographie«, Rowohlt 2023

In unserem Mittagsformat beim Brown Bag Lunch unterhält sich Tobias Rüther mit der Autorin und Journalistin Jenny Friedrich-Freksa über die Bilder, die Bücher und das Berlin des Ausnahmekünstlers Wolfgang Herrndorf.
Tobias Rüther »Herrndorf. Eine Biographie«, Rowohlt 2023

Heute sprechen Janika Gelinek, Sonja Longolius und Felix Müller, der Chef des Kulturressorts der Berliner Morgenpost, über die Bücher: Wolf Haas »Eigentum« (Hanser 2023), Sylvie Schenk »Maman« (Hanser 2023), Thomas Brussig »Meine Apokalypsen. Warum wir hoffen dürfen« (Wallstein 2023)

Stendhals Meisterwerk »Rot und Schwarz« handelt von den Wirren der Zeit, der französischen Restauration und vom Aufstieg eines Helden aus einfachen Verhältnissen. Wolfgang M. Schmitt diskutiert über diesen Roman mit dem Schriftsteller und Drehbuchautor Timon Karl Kaleyta, der sich von Stendhal für seinen Schelmenroman »Die Geschichte eines einfachen Mannes« inspirieren ließ.

In Folge 36 ihres Podcasts sprechen Janika Gelinek, Sonja Longolius und Felix Müller, der Chef des Kulturressorts der Berliner Morgenpost, über folgende Bücher:

Helgard Haug »All right. Good night«, Rowohlt 2023

Dana Vowinckel »Gewässer im Ziplock«, Suhrkamp 2023

Volker Weidermann »Mann vom Meer: Thomas Mann und die Liebe seines Lebens«, KiWi 2023

»Berlins schönste Seiten« Folge 41

»Berlins schönste Seiten« Folge 41 In dieser Ausgabe sprechen Janika Gelinek, Sonja Longolius und Felix Müller, der Chef des Kulturressorts der Berliner Morgenpost,

»Berlins schönste Seiten« Folge 40

»Berlins schönste Seiten« Folge 40 In dieser Ausgabe sprechen Janika Gelinek, Sonja Longolius und Felix Müller, der Chef des Kulturressorts der Berliner Morgenpost,

»Berlins schönste Seiten« Folge 39

»Berlins schönste Seiten« Folge 39 In dieser Ausgabe sprechen Janika Gelinek, Sonja Longolius und Felix Müller, der Chef des Kulturressorts der Berliner Morgenpost,

Sonja Longolius bei der Besprechung des Romans "Gittersee" von Charlotte Gneuß

»Berlins schönste Seiten« Folge 38

»Berlins schönste Seiten« Folge 38 In dieser Ausgabe sprechen Janika Gelinek, Sonja Longolius und Felix Müller, der Chef des Kulturressorts der Berliner Morgenpost,

Felix Müller spricht über "Eigentum" von Wolfgang Haas

»Berlins schönste Seiten« Folge 37

»Berlins schönste Seiten« Folge 37 Heute sprechen Janika Gelinek, Sonja Longolius und Felix Müller, der Chef des Kulturressorts der Berliner Morgenpost, über die