Meisterwerke: »Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull« von Thomas Mann

Wolfgang M. Schmitt im Gespräch mit Julia Friedrichs über »Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull« von Thomas Mann

Thomas Manns Fragment gebliebener Roman »Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull« spricht zu uns in besonderer Weise: »Fake it till you make it« – das ist der Ratschlag, der bei keinem Erfolgs-Coaching fehlen darf. Die Sozialen Medien quellen förmlich über vor Videos, in denen erklärt wird, wie man sich selbst mit kleinem Geld den Habitus und den Look der Reichen zulegen kann. Und nicht selten geben sich Influencer als Selfmade-Unternehmer aus, ohne es wirklich zu sein. Kurzum: Der Hochstapler ist eine wichtige Figur unserer Zeit, die sich dadurch auszeichnet, dass das moderne Ich ein Autor seiner selbst und nicht selten dabei ein unzuverlässiger Erzähler ist. Felix Krull stammt aus bescheidenen Verhältnissen, verschafft sich aber durch Chuzpe, Esprit und Körpereinsatz Zugang zu den oberen Zehntausend. Wolfgang M. Schmitt spricht anlässlich des 150. Geburtstages von Thomas Mann mit der Journalistin und Autorin Julia Friedrichs (»Gestatten: Elite«, »Crazy Rich. Die geheime Welt der Superreichen«) über den berühmten Schelmenroman. Friedrichs kennt durch ihre Recherchen nicht nur die Welt des Geldes und des Luxus, sondern möglicherweise auch die Felix Krulls der Gegenwart.

 

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