Die Autorin im Gespräch mit Anke Stelling und Gertraud Klemm
Lola Randl ist ein Experiment angetreten: In dem für den Deutschen Buchpreis nominierten Roman »Der große Garten« (2019) zog die Erzählerin von der Stadt aufs Land und stellte sich nicht nur der Natur in Gestalt eines widerspenstigen Gartens, sondern auch der komplizierten sozialen Gemengelage von Familie, Liebhaber, Analytiker. Das Experiment wurde fortgesetzt in ihrer überaus sehenswerten fünfteiligen Serie »Theorie und Praxis«, die sie 2022 für Arte realisierte. Mit Freunden und Gesprächspartner:innen aus Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur versuchte sie gemeinsam mit Anke Stelling herauszufinden, wie sich das gute Leben auf dem Land realisieren lässt, ohne Natur und Menschen auszubeuten.
Mit ihrem nächsten Roman »Der lebende Beweis«, stellt sie dieses Lebensmodell neuerlich zur Disposition: Er erzählt von einer Frau Mitte 40, die zurückgezogen auf den Dachboden ihres Hauses, auf sich, ihre Familie und ihr Leben im Dorf blickt. In dem Versuch, sich selbst neu in dieser Welt zu positionieren, beginnt sie mit Hilfe eines pedantischen Dorfchronisten, einer esoterischen Pastorin und zweier Außenseiter eine Untersuchung über das Kollektivbewusstsein des Dorfes.
Über die Möglichkeit und Unmöglichkeit von Utopien, das krasse Leben auf dem Dorf (und in einer Familie) spricht Lola Randl mit den Autorinnen Anke Stelling und Gertraud Klemm.
Lola Randl »Der lebende Beweis«, Matthes & Seitz 2026
Anke Stelling »Grundlagenforschung«, Verbrecher 2020
Gertraud Klemm »Abschied vom Phallozän«, Matthes & Seitz 2025











