Dacia Maraini »Ein halber Löffel Reis. Kindheit in einem japanischen Internierungslager«

Die Autorin im Gespräch mit Miku Sophie Kühmel. Es liest Sabine Falkenberg.

Dacia Maraini ist fast 90 Jahre alt. Und fast ebenso lange hat sie gebraucht, um schmerzliche Kindheitserinnerungen zu Papier zu bringen: Gemeinsam mit ihrer Familie wurde sie 1943 in Japan interniert, nachdem sich ihre Eltern Fosco und Topazia Maraini geweigert hatten, Mussolinis Repubblica di Salò anzuerkennen. Das kann Japan, als mit den faschistischen Regimes in Italien und Deutschland verbündete Macht, nicht hinnehmen und die Marainis werden, gemeinsam mit anderen italienischen Familien, in ein Gefangenenlager gebracht. Die siebenjährige Dacia ist der Kälte, den Parasiten und dem Sadismus der Wachen ausgesetzt, sie ernährt sich von Reis und Ameisen. Während die Mutter versucht, die bröckelnde Solidarität der Gruppe zu kitten, hackt sich der Vater in der Tradition der Samurai einen Finger ab, als Akt verzweifelter Selbstbehauptung.

Doch was ein auswegloser Gefängnisbericht sein könnte, verwandelt Dacia Maraini immer wieder in solidarische Momente des Zusammenhalts und beschreibt mit großer Zärtlichkeit, wie die japanische Sprache und Kultur trotz allem ihre Kindheit geprägt haben. Darüber spricht Dacia Maraini mit der Autorin Miku Sophie Kühmel. Es liest Sabine Falkenberg.

In italienischer und deutscher Sprache, simultan übersetzt von Johannes Hampel.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit Istituto Italiano di Cultura / Italienisches Kulturinstitut.

Dacia Maraini »Ein halber Löffel Reis. Kindheit in einem japanischen Internierungslager«, Folio 2025

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