Meisterwerke: »Die toten Seelen« von Nikolai Gogol

Wolfgang M. Schmitt im Gespräch mit Franz Friedrich über »Die toten Seelen« von Nikolai Gogol

Der russische Schriftsteller Nikolai Gogol ist ein Meister des Absurden und Grotesken, der mit satirischen Mitteln die Gesellschaft und ihre Gepflogenheiten vorführt. In seinem großen Roman »Die toten Seelen«, dessen erster Teil 1842 erschien, stellt Gogol den aus einfachen Verhältnissen stammenden Pawel Iwanowitsch Tschitschikow in den Mittelpunkt. Wir folgen einem jungen Mann, der aufsteigen will, zunächst die Korruption bekämpft, dann aber Teil des Spiels wird. Die titelgebenden toten Seelen sind verstorbene Leibeigene, die offiziell noch in den Steuerlisten geführt werden. Der Protagonist nutzt eine Gesetzeslücke aus und kauft diese Seelen von Gutsbesitzern auf. Dieses lukrative Geschäft fungiert zugleich als Metapher auf eine korrupte und an sich leere Gesellschaft. Gogol beschreibt eine Aufstiegsgeschichte, die ihre Aktualisierung nicht zuletzt durch Krypto-Coins, Elon Musks DOGE und eine nihilistische Politik erfährt, die droht ins Nationalistische abzugleiten und der möglicherweise nur noch satirisch beizukommen ist. Der Schriftsteller Franz Friedrich (»Die Passagierin«, »Die Meisen von Uusimaa singen nicht mehr«) und der Autor und Podcaster Wolfgang M. Schmitt (»Die Filmanalyse«, »Die Neuen Zwanziger«) sprechen über Gogols literarisches Meisterwerk und dessen Aktualität.

 

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