Svenja Leiber »Nelka«

Moderation Natascha Freundel

Die sechzehnjährige Nelka, die 1941 aus Lemberg verschleppt und zur Arbeit auf einem norddeutschen Gut gezwungen wird, muss in der Küche, auf dem Feld und im Garten dienen. Die Verhältnisse sind klar: Sie ist Arbeitskraft, Ware, Tauschobjekt. Bis sich im Gefüge des Gutshofes ein Kippen zeigt – eine winzige Bewegung, in der Nelka beginnt, die Welt, die sie ausnutzt, zu spiegeln. Sie greift das Begehren des Gutsverwalters auf und versucht, die Bedingungen zu wenden. Jahrzehnte später kehrt sie an den Ort ihres Leidens zurück. Sie will, dass der Verwalter sich erinnert – und macht aus dem gewaltsamen Verliehensein ein Zurückgewinnen. Svenja Leiber macht in »Nelka« die Spuren der Gewaltgeschichte des 20. Jahrhunderts sichtbar. Sie erzählt von Zwangsarbeit und von Frauen, deren Wissen und Körper ausgebeutet wurden, die sich in Freundschaft verbanden und sich so gegen Erniedrigung und Brutalität stemmten.

In Kooperation mit Suhrkamp

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