Meisterwerke: »American Psycho« von Bret Easton Ellis

Mit Wolfgang M. Schmitt und Maxim K.I.Z.

Kaum ein Roman war in den vergangenen 35 Jahren so prägend wie »American Psycho« von Bret Easton Ellis. Autoren wie Michel Houellebecq oder Christian Kracht verdanken dem Autor viel, von den Ellis-Epigonen ganz zu schweigen. Der Skandalroman, der in Deutschland zeitweise auf dem Index landete, schildert in drastischen Worten nicht nur eine Welt jenseits von Gut und Böse, die 1991 an der Wall Street anzutreffen war, sondern antizipierte bereits eine Gesellschaft, die mit dem Nichts jongliert, die die Trennung zwischen Realität und Fiktion nicht weiter benötigt und einen finanzialisierten Kapitalismus, der sich von der Realwirtschaft abkoppelt. Bret Easton Ellis gelingt das ästhetisch durch den unzuverlässigen Ich-Erzähler und Protagonisten Patrick Bateman, der Charakterbeschreibungen durch Markenprodukte erstellt. Der Absolvent der Harvard Business School arbeitet an der Börse, aber nie erfahren wir etwas über seine konkreten Tätigkeiten. In der Nacht ermordet er Frauen und Obdachlose. Patrick Bateman wurde im Social-Media-Zeitalter zum Meme – und in der neurechten Manosphere sogar zu einer Art Vorbild. Maxim von K.I.Z. (»Hurra, die Welt geht unter«, »Frieden«) und Wolfgang M. Schmitt (»Die Filmanalyse«, »Wohlstand für Alle«) sprechen über dieses Meisterwerk, seine politischen Implikationen und seine Bedeutung in der Gegenwart.

 

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