Englis(c)h in Berlin

»Da kann man jetzt nur noch auf Englisch bestellen.« Ein Satz, der in Berlin vor einem Jahrzehnt erst immer häufiger wurde, dann wieder verschwand: Heute spricht das kosmopolitische Berlin selbstverständlich überall Englisch. Doch deswegen werden die Fragen nicht weniger: Warum kein Arabisch? Warum kein Türkisch? Und wurden nicht noch eben Gruppen als Parallelgesellschaften stigmatisiert, die sich auf einer anderen als der deutschen Sprache unterhalten? Und sprechen denn wirklich alle Englisch?

Diese Fragen stellen wir uns auch im Literaturhaus Berlin immer wieder, wenn wir überlegen, ob ein englischsprachiges Gespräch übersetzt werden muss oder nicht. Gehen wir mit der Zeit oder schließen wir womöglich doch Leute aus? Würde ein anderes Publikum kommen, wenn wir eine Übersetzung anbieten?

Sinthujan Varatharajah, politische:r Geograph:in, Moshtari Hilal, Künstlerin, und Duygu Ağal, Autor:in, gehen diesen Fragen nach. Sie decken Doppelstandards der deutschen Mehrheitsgesellschaft auf, schaffen Bezüge zu Gentrifizierung und Asylpolitik und suchen nach Formen einer gerechten Kulturarbeit. Darüber sprechen sie, auf Deutsch und Englisch, mit Stefano-Maria Evangelista und Gesa Stedman vom Centre for British Studies.

In englischer und deutscher Sprache.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Centre for British Studies der Humboldt-Universität zu Berlin. Mit freundlicher Unterstützung der Einstein Stiftung Berlin.

Moshtari Hilal und Sinthujan Varatharajah »Englisch in Berlin. Ausgrenzungen in einer kosmopolitischen Gesellschaft«, Wirklichkeit Books 2022

 

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