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Diesmal sprechen Janika Gelinek, Sonja Longolius und Felix Müller über:
Mariana Leky »Kummer aller Art«, Dumont 2022
Lina Atfah »Grabtuch aus Schmetterlingen« Gedichte, Pendragon 2022
Dorota Masłowska »Bowie in Warschau«, Rowohlt Berlin 2022

Der Krieg politisiert, er reißt das private Lebensglück ins Politische und Gesellschaftliche. Der Krieg schockiert auch, er zerreißt die Decke der Zivilisation, konfrontiert uns mit Archaischem. Gegen die Gewalt scheint das Wort machtlos. Indes wird die Gewalt selten durch Gewalt beendet, sondern durch das Wort. Auch die Kunst des Wortes, die Literatur, verhält sich zum Krieg.

Die Historiker und Literaturkritiker:innen Jörg Baberowski, Jens Bisky und Elke Schmitter besprechen Neuerscheinungen aus Belletristik und Sachbuch – wie üblich pointiert, informativ, streitbar und unterhaltsam!

Die zeitgenössische Dramatik ist inhaltlich wie formal vielfältig, in einer Hinsicht jedoch äußerst homogen. Kaum ein:e Autor:in würde von sich sagen, das eigene Werk sei unpolitisch. Wie aber lässt sich ein politischer Anspruch erfüllen? Genügt es, dass ein entsprechendes Thema verhandelt wird? Schließt dieses Ziel bestimmte poetologische Mittel ein und andere aus?

In Christian Barons neuem Roman »Schön ist die Nacht« verfolgen wir die Arbeiterschicksale von Willy Wagner und Horst Baron: zwei Männer im Kaiserslautern der 70er Jahre, die sich noch während des Zweiten Weltkrieges inmitten deutscher Ruinen kennenlernen – vom sozialen Aufstieg träumend. Gemeinsam mit Christian Baron und dem Philosophen Johannes Müller-Salo, der kürzlich sein neues Buch »Offene Rechnungen. Der kalte Konflikt der Generationen« veröffentlicht hat, nehmen wir den Roman zum Anlass, um den Bogen bis in die Gegenwart zu spannen und die Generationenfrage als Klassenfrage zu reflektieren.

Mohamed Mbougar Sarr’s Prix Goncourt-winning novel constitutes a kind of a test. The Senegalese writer poses questions about the meaning of writing literature; however, for him this is not a general question, but rather the dilemma of someone who is aware of the injustices that have befallen people living in African countries.

5 PM
»Beyond Drama and Towards Prose. A Discussion with Marta Sokołowska, Ishbel Szatrawska and Szczepan Twardoch«, Polish

6.30 PM
»Ukraine, or the West. Meeting with Mykola Riabchuk«, Polish

8 PM
»With a Story into the Darkness. Meeting with Mariana Enriquez«, Spanish

6.30 PM
»A Devil, a Kratt, a Trupibut and Others. Meeting with Andrus Kivirähk«, Estonian

8 PM
»An Exit from the Dream House. Meeting with Carmen Maria Machado«, English

»Remembering. Meeting with Tanya Malyarchuk«
Ukrainian with Polish translation.

»When Will the 20th Century End? Meeting with Artur Domosławski«
Polish.

Man soll es nicht übertreiben mit der Bedeutung von Jahrestagen, aber dass in Italien ziemlich genau 100 Jahre nach Mussolinis sogenanntem »Marsch auf Rom« mit Giorgia Meloni eine profaschistische Regierung an die Macht zu kommen droht, gibt leider sehr aktuellen Anlass, sich mit Emilio Lussus brillantem, witzigen Augenzeugenbericht von 1922 zu beschäftigen.

In den Arbeiten von Anne Habermehl und Ilia Papatheodorou (She She Pop) tritt der Einzelne mit seinen Wünschen, Ängsten und Sehnsüchten gegen höhere Mächte an: gegen Geschichte, Gesellschaft und Strukturen. Das Politische wird so im Biografischen erkennbar. Doch diese Konflikte verhandeln die beiden mit unterschiedlichen Mitteln.

Viktor Schklowski schrieb »Zoo. Briefe nicht über Liebe, oder Die Dritte Heloise« als Emigrant Anfang 1923 in Berlin, wo sich zur gleichen Zeit eine ganze Kolonie russischer Autoren und Künstler aufhielt. Der Roman ist Zeugnis seiner unglücklichen Liebe zu Elsa Triolet. Olga Radetzkajas Übersetzung zeichnet Schklowskis oft abrupte Tonart- und Themenwechsel in ihrer Übersetzung nach und legt die literarischen, biografischen und politischen Schichten des Textes frei.

Die Jugendbuchautorin Juliane Pickel spricht in diesem Video mit Journalistin und Podcasterin Christine Knödler über ihren vielfach preisgekrönten Debütroman »Krummer Hund«, über das Autorinnen-Dasein, ihr Schreiben und warum Wut auch ein gutes Gefühl sein kann.

Wir empfehlen das Video für Jugendliche ab 14 Jahren.

Welche Aktualität Hoffmanns Werk und überhaupt die schwarze Romantik für die Literatur der Gegenwart und sein eigenes Schreiben besitzt, diskutiert die Lektorin Anna-Marie Humbert mit dem Schriftsteller Georg Klein. Aus den Texten E.T.A. Hoffmanns liest Nico Birnbaum.

Nach dem Angriffskrieg auf die Ukraine ist Russland politisch isoliert, wirtschaftlich zunehmend von China abhängig, kulturell und gesellschaftlich gespalten. Während ein erheblicher Teil der Bevölkerung Russlands den Krieg unterstützt, erlebt das Land zugleich einen intellektuellen Exodus. Im Gespräch der drei Schriftsteller:innen geht es u.a. um die Situation russischer Intellektueller im Exil und die Erwartungen an die Zukunft von Russland.

Unter dem Titel »Berlins schönste Seiten« sprechen Janika Gelinek und Sonja Longolius, die das Literaturhaus Berlin leiten, mit Felix Müller, dem Kulturchef der Berliner Morgenpost, über das Lesen und Texte, die sie bewegen.

Belgien ist die nächste Station unserer internationalen Videoreihe: Der vielfach preisgekrönte Kinder- und Jugendbuchautor Bart Moeyaert spricht im Zoom-Interview mit Fachjournalistin und Podcasterin Christine Knödler über seinen Weg zum international gefeierten Schriftsteller.

Wir empfehlen das Video für Jugendliche ab 12 Jahren.

In ihrem Buch stellt Rebekka Endler fest, dass das Patriarchat Urheber und Designer unserer Umwelt ist, und fragt: Wer überlebt einen Herzinfarkt? Wer friert am Arbeitsplatz und für wen ist er gestaltet? Für wen sind technische Geräte leicht zu bedienen? Und für wen ist das Internet?

A panel with this year’s author of the Open Letter to Europe, Chus Pato, a preeminent poet and critical thinker, addressing Europe and shining a spotlight on the most pressing issues of our time. Open Letters to Europe are translated to several languages and published in major international media and delivered to all Members of the European Parliament, the Council of Europe, and the European Commission.

Eine Zeitschrift für die Wenigsten – der Untertitel etabliert den provokanten Ton der Frauenzeitschrift Die Schwarze Botin, die von 1976-1980 fast zeitgleich zur Emma erstmals erscheint. Von Gabriele Goettle und Brigitte Classen herausgegeben, versammelte die Zeitschrift eine wilde Mischung an Theorie und Essay, Lyrik und Prosa, Zeichnungen und Illustrationen, Anarchie und Boheme.

Wie kann ich ein Buch, das mich begeistert, in eine Form bringen, die dem Inhalt entspricht? Dieser Frage widmet sich Jonas Ploeger bei der Gestaltung der Bücher, die ich verlegt, und lässt seiner Fantasie dabei freien Lauf. Aber seht selbst, wie Jonas Ploeger Kunst und Literatur in seinem Verlag zusammenbringt.

Als Kind iranischer Eltern ist Asal Dardan in Deutschland aufgewachsen, die Erfahrung des Exils hat sie geprägt. In einer erhellenden Auseinandersetzung mit der deutschen Gesellschaft begibt sie sich auf die Suche nach einer gemeinsamen Sprache, nach der Überbrückung des ewigen Gegensatzes von „Wir“ und den „Anderen“. Immer ist ihr Blick überraschend, immer ist ihre Analyse scharfsichtig.

Days of Poetry and Wine, one of the most prominent Central European poetry festivals, successfully unites poetry with enology. Every year in the last warm August days the festival hosts over twenty poets from all over the world along with selected domestic winemakers.

A conversation between Lina Meruane (Chile-USA) and Priya Basil (UK-Germany) about how increasing attention to female characters in their early fiction made them aware of gender troubles and about how, later on, becoming feminists influenced their non-fiction writing.

In der jüngeren Vergangenheit werden utopische Vorstellungen zusehends anhand bestimmter Lebensformen und Identitäten diskutiert. Patriarchale Beziehungsstrukturen geraten in den Fokus der Kritik. Die Autorität des „weißen Mannes“ bröckelt.

Die erfolgreiche Reihe »Was ist denn hier passiert?« feiert ein ungewöhnliches Jubiläum: am 22. Juni im Jahr 2022 feiern wir die 22. Ausgabe des Literarischen Terzetts mit Elke Schmitter, Jörg Baberowski und Jens Bisky.

Hans Ulrich Gumbrecht spricht mit Eva Geulen (ZfL) und Melanie Möller (FU) über seine Neuübersetzung von Baltasar Graciáns »Handorakel«.

Als junges Mädchen tut Amal etwas Unerhörtes: Sie verprügelt ihren Mitschüler Younes. Ihr Vater verteidigt ihr Verhalten und ermuntert sie, sich in der Welt zu behaupten. Trotzdem wird Amal fortan von allen gemieden. Und dann verlässt der Vater die Familie. Zuflucht findet Amal ausgerechnet bei Younes und seiner Mutter Shahira, die ebenfalls Außenseiter sind. Als sich die Situation Jahre später zuspitzt und der Streit mit der Clique um Raffiq eskaliert, flieht Amal nach Kurdistan und begibt sich auf die Suche nach ihrem Vater.

»Linke Daten, Rechte Daten« (Hoffmann & Campe) verblüfft mit Fällen, wo gleiche Zahlen für gegensätzliche Thesen genutzt werden. Ob Migration, soziale Gerechtigkeit oder Umweltthemen: Wer Erhebungen wirklich begreifen will, braucht Statistikkompetenz! Tilman Strasser fragt den Autor, wie man hinter die Nummern blickt, falsche Deutungen erkennt – und wann man dem eigenen Blick misstrauen sollte.

Die Reihe #weiterlesen ist ein digitales Veranstaltungsformat der Städtischen Bibliotheken Dresden. Folge 1 zeigt den Schriftsteller Ingo Schulze und den Literaturkritiker Michael Ernst im Gespräch über Schulzes Roman «Die rechtschaffenen Mörder« (Fischer Verlag 2020).

Junge Literatur als Homestory: Wir besuchen Mirjam Wittig in Berlin und besprechen »An der Grasnarbe«. In dem Roman treffen innere und äußere Landschaften aufeinander, die nicht nur durch die Klimakrise ins Wanken geraten. Mirjam Wittig erzählt davon mit großem Einfühlungsvermögen und starker atmosphärischer Kraft.

Zugeschaltet aus der Westukraine, aus Wien, Basel und Marbach a.N. sprechen wir mit ukrainischen Autor:innen über die aktuelle Situation von Schriftsteller:innen im Krieg. Können sie noch schreiben? Was kann Literatur überhaupt tun? Was sind ihre Forderungen, Wünsche und Hoffnungen an Europa?

»Ophelia kann sein«, »Esperanza Hotel« und »Homme Fatal« hießen einige der Produktionen – insgesamt siebzehn – mit denen das Tanztheater Skoronel in den 1980er und 1990er Jahren im In- und Ausland auf Tour war. Die Stücke erzählten von ikonischen Biografien, oft brüchigen. Von der Liebe und von Revolutionen, gescheiterten.

Von Turgenew über Kafka, von Ingmar Bergman bis zur Gegenwart: Mit dem Autor Simon Strauß und der Autorin Manuela Reichart treten wir in einen neuen Generationendialog, lauschen einem Hörspiel und suchen gemeinsam nach Antworten. Es moderiert die Literaturkritikerin Miriam Zeh.

Wohl wissend, dass Dichtung und Wahrheit hier nah beieinanderliegen, widmet sich Jens Jessen den deutschen Befindlichkeiten und Befangenheiten. In seinem fulminanten Essay spießt er jene karikaturhaft überzeichneten Zuschreibungen auf, die nicht zuletzt von uns Deutschen selbst sorgfältig gehegt werden.

Geschichten können die Welt retten – oder sie zerstören. Von der Antike bis zur Gegenwart haben uns Erzählungen entscheidend beeinflusst. Und tun es weiterhin: Samira El Ouassil und Friedemann Karig zeigen, mit welchen Storys Trump seine Anhänger/-innen motivierte und wie Lügen der Querdenker/-innen verfangen.

Sonja Longolius bei der Besprechung des Romans "Kummer aller Art" von Mariana Leky, Podcast #21

»Berlins schönste Seiten« Folge 21

»Berlins schönste Seiten« Folge 21 Diesmal sprechen Janika Gelinek, Sonja Longolius und Felix Müller, der Chef des Kulturressorts der Berliner Morgenpost, über die

»Literatur und Krieg«

Reihe: Richtige Literatur im Falschen – »Literatur und Krieg« Mit Marko Dinić, Ulrike Draesner, Raul Zelik und Olga Grjasnowa (zugeschaltet) Inputvortrag Ingar Solty

»Berlins schönste Seiten« Folge 15

»Berlins schönste Seiten« Folge 15 Janika Gelinek und Sonja Longolius, Leiterinnen des Literaturhaus Berlin, und Felix Müller, Chef des Kulturressorts der Berliner Morgenpost,

#behindbooks Zagava Books

Hauptberuflich ist Jonas Ploeger Kameramann – für die heute-show, Jan Böhmermann oder auch Carolin Kebekus. Seit acht Jahren geht er nebenher aber noch

Hausbesuch bei Asal Dardan

Ein Hausbesuch bei Asal Dardan und »Betrachtungen einer Barbarin« (Hoffmann & Campe). Moderation: Tilman Strasser Als Kind iranischer Eltern ist Asal Dardan in

Zu Besuch bei Karosh Taha

Ein Hausbesuch bei Karosh Taha und »Im Bauch der Königin« Als junges Mädchen tut Amal etwas Unerhörtes: Sie verprügelt ihren Mitschüler Younes. Ihr

Ingo Schulze: »Die rechtschaffenen Mörder«

Ingo Schulze: »Die rechtschaffenen Mörder« Die Reihe #weiterlesen ist ein digitales Veranstaltungsformat der Städtischen Bibliotheken Dresden. Folge 1 zeigt den Schriftsteller Ingo Schulze

»Die Erde ist gewaltig schön«

»Die Erde ist gewaltig schön« Reihe Eine Frau wird älter Special Mit Judith Kuckart, Alice Bleistein, Annalisa Derossi, Marleen Michahelles, Sabina Stücker und

Gespräch mit Jens Jessen

Gespräch mit dem Autor und Journalisten Jens Jessen (DIE ZEIT) über sein Buch »Der Deutsche. Fortpflanzung, Herdenleben, Revierverhalten«. Oft wird er bewundert, der