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Eva Menasse »Alleinruhelage«
Die Autorin im Gespräch mit Cathrin Kahlweit
Woher die freundschaftliche Ansprache »du altes Haus« kommt, ist etymologisch nicht eindeutig nachweisbar, doch wer braucht schon die Etymologie, wenn es einen so wunderbaren Roman gibt, der direkt mit einem alten Haus in Dialog tritt: Es steht allein in der Pampa »wie ein Gott oder Götze« und hat die Geschichte einer erst glücklichen und dann nicht mehr so glücklichen Familie nach dem Mauerfall genauso miterlebt wie die DDR, als es noch eine »Waldschänke« neben einem Campingplatz war.
Nun steht die Frau alleine da und muss in ein neues Leben finden: »Haus, ich verkaufe dich.« Mit Alla und Bolek aus Polen, zwei kettenrauchenden Alleskönnern, wird zum letzten Mal saniert und renoviert, was viele Erinnerungen auslöst: an mühsame Kämpfe mit dem Rasen und den Maulwürfen, an interkulturelle Auseinandersetzungen mit den ostdeutschen Datschenbewohner:innen, an Waldabenteuer mit den damals noch kleinen Kindern und Sommerabende mit Freunden. Und immer war das Haus da, allein im Wald, Clematis umrankt, mit einem gefährlich sich absenkenden Boden, weil – aber das ist noch eine andere Geschichte.
Die neuesten Sendungen
Hana ist Bildhauerin, Mitte dreißig, und mit ihren unerfüllten Wünschen und verdrängten Bedürfnissen gerade erst aus dem inneren »Schrank« – dem gleichnamigen Debütroman der Autorin – in die Welt gestolpert. Auf der Suche nach einem gangbaren Weg durchs Leben bewegt sie sich zwischen der Prager Intellektuellenbubble und einem mährischen Dorf, zwischen internationaler Kunstszene und städtischer Peripherie. Aus diesen Polen entsteht ein reißender Strom aus Gedanken, Eindrücken und Emotionen.
Am einen Anfang, noch während Rauchschwaden über den chilenischen Präsidentenpalast ziehen und die Nachricht vom Tod Salvador Allendes die Runde macht, ertönt der erste Schrei eines Kindes. Am anderen Anfang stößt der Schriftsteller Clemens Böckmann bei einem Forschungsprojekt im österreichischen Eisenerz zufällig auf die Spur eines tödlich verunglückten skispringenden Dichters. Und dazwischen entfaltet sich das ganze, nämlich das richtige Leben des Alvaro Maderholz, der beim Absprung von der Skisprungschanze der Schwerkraft der eigenen, von Krieg, Exil und Ideologie gezeichneten Familiengeschichte zu entfliegen hoffte.
Jana Hensel, Paula Fürstenberg und Lukas Rietzschel im Gespräch mit René Schlott
»Niewiedervereinigung« heißt das Memoir von Paula Fürstenberg, dem wir ein Fragezeichen in unserem Titel hinzugefügt haben, denn genau darüber möchte der Historiker und Journalist René Schlott (1977 in Thüringen geboren) mit seinen Gästen sprechen. Wie schauen am 36. Jahrestag der Wiedervereinigung Paula Fürstenberg (geboren 1987 in Brandenburg), und Jana Hensel (geboren 1976 in Sachsen) in ihren Erinnerungsbüchern auf ein Land zurück, das es nicht mehr gibt und wie bringt Lukas Rietzschel (1994 in Sachsen geboren) die dringlichen Fragen der deutsch-deutschen Zeitgeschichte in eine literarische Form?
In ihrem neuen Buch, das sie nur bei dieser exklusiven Veranstaltung in Deutschland vorstellt, analysiert Neiman die aktuelle Krise der Demokratie aus moralphilosophischer Perspektive und zeigt, wie die Normalisierung von Fehlverhalten das Vertrauen in den Rechtsstaat untergräbt und zur Erosion gemeinsamer Werte führt. Doch die Klage vom Katheder ist nicht ihr Metier: Als Direktorin des Einstein-Forums hat Susan Neiman immer wieder leidenschaftlich in öffentliche Debatten eingegriffen und scheut sich nicht, die Dinge beim Namen zu nennen. Also zum Beispiel, warum Trump nicht »autoritär«, sondern »böse« genannt werden sollte, und wieso Moral befremdlich oft als Schimpfwort verstanden wird. Das diskutiert die Philosophin gemeinsam mit dem Autor und Journalisten Dietmar Dath.
Am 10.7. um 19 Uhr
Aperol & Revolte
Der Sommer knallt rein, und Fön geht aufs Ganze: Neben einem duftenden Potpourri alter und neuer Stücke hat die sehenswert in die Jahre gekommene »Literatur-Boygroup« ein Büchlein zum überfälligen Thema Revolte im Gepäck und wird von ihrem Lieblings-Stylisten Aperol Schmitz auf Krawall gebürstet gibt sich dem Anlass gemäß auf Krawall gebürstet.
































































